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6. Jänner 2020
Der LASK auf seinem Streifzug durch Europa

Auch vier Tage nach der Gala gegen Sporting Clube de Portugal ist noch schwer zu begreifen welche Leistung unsere Athletiker da über den gesamten Spätsommer und Herbst auf den Rasen gezaubert haben.

Um diese Leistung greifbarer zu machen, wollen wir anhand von Zahlen untermauern mit welcher Intensität und in weiterer Folge auch Souveränität der LASK durch die Gruppe D der Europa League gepflügt ist. 

Der Schein trügt nicht

Ohne jetzt auf Statistiken zu achten, hatte man als Zuseher das Gefühl, dass der LASK in fünf von sechs Spielen die bessere Mannschaft war. Einzig in Eindhoven benötigten unsere Jungs die Unterstützung von Fortuna. PSV war, vor allem in Halbzeit eins, das klar bessere Team und brachte in dieser Phase als einzige Mannschaft den LASK in ärgere Bedrängnis. Doch mit unbändigem Willen und einer taktischen Umstellung, rettete man auch auswärts im gechillten Eindhoven einen Punkt über die Zeit.

Die einzige Niederlage dieser Gruppenphase resultierte aus einem Mix von Unvermögen und Unglück. Während man in Portugal Chance um Chance liegen ließ, benötigten die Gastgeber nur wenige Chancen um einen 2:1 Sieg in trockene Tücher zu bringen. Im Rückspiegel betrachtet eine Partie aus der Ismael und Co. viel lernen konnten und dies auch taten. Die Sinne wurden geschärft und das Visier adjustiert.

Am Ende steht der LASK mit überragenden 13 Punkten aus sechs Spielen da, wohlgemerkt beim ersten Antreten in einer Gruppenphase eines europäischen Bewerbs. Somit schaffte Ismael mit seinem Betreuerteam und der Mannschaft auch in diesem Bewerb einen Punktschnitt von über 2,0 zu halten. Mehr als beachtlich.

Die Statistik lügt nicht

Beeindruckend sind die Zahlen, die die Statistik Abteilung der UEFA ausspuckt. Lediglich Braga und Gent kamen ohne Niederlage durch die Gruppenphase. Mit einer Niederlage reiht sich der LASK in eine Riege mit Kapazundern wie Arsenal oder Manchester United ein.

Mit elf Toren in sechs Spielen, also einem Torschnitt von 1,83 pro Partie, rangiert der LASK auf dem starken achten Platz aller Europa League Teilnehmer. Angeführt wird diese Wertung von AZ Alkmaar und Sporting Braga, die beide jeweils 15 erzielte Tore auf ihrer Habenseite vorweisen können.

Beachtlich wird es wenn man sich ansieht wie oft Raguz, Joao Klauss und Konsorten den Abschluss suchen. Mit 126 Versuchen, stellt man hier den Bestwert auf. Sowohl der FC Sevilla, als auch Dynamo Kyiv weisen mit 112 Versuchen dann doch schon einen Respektabstand auf. Dass unsere Mannen durchaus auch den ein oder anderen Schluck Zielwasser zu sich genommen haben, zeigen 36 Schüsse aufs Tor. Bedeutet Platz drei in dieser Wertung. Lediglich der FC Sevilla und AZ Alkmaar überflügeln in dem Fall den LASK.

Die Spielphilosophie, mit dem schnellen horizontalen Spiel nach Ballgewinn, schlägt sich in der Passstatistik nieder. Von 2731 gespielten Pässen, fanden lediglich 75%, also 2042 Pässe den Weg zum Mitspieler. Einer der schwächeren Werte. Auch in Punkto Ballbesitz, mischt der LASK logischerweise nicht vorne mit. Hier hat man in den vergangenen sechs Gruppenspielen sehr brüderlich geteilt. 50% Ballbesitz sind 19 % weniger als der FC Sevilla als Spitzenreiter vorweisen kann.

Ganz vorne mischt der LASK in Sachen Eckbälle und Abseitsstellungen mit. Insgesamt 41 Ecken konnten erspielt werden. Niemand geringer als der FC Arsenal schnappt hier dem LASK den Platz an der Sonne weg. Den alleinigen Bestwert erzielt der LASK wenn es ums Abseits geht. 20 mal standen unsere Europacuphelden zu weit vorne.

Gesunde Härte darf sein

Der LASK gilt als kampfstarkes Team. Mit 85 begangenen Fouls reiht man sich hier aber im Mittelfeld ein. Lediglich Malmö, Düdelingen und APOEL Nikosia knacken hier den 100er. 58 erlittene Fouls sind hingegen ein niedriger Wert. Entgeht der LASK oftmals durch Geschick Foulspielen der Gegner weist der Wert von FC Astana mit 45 erlittenen Fouls eher darauf hin, dass die Herrschaften aus Kasachstan Zweikämpfe scheuen.

Null Rote und zehn gelbe Karten sind ein solider, eher niedriger Wert, der einmal mehr beweist, dass Disziplin im Hause Ismael groß geschrieben wird. Wenig diszipliniert treten Vertreter aus dem Osten auf. Mit Ludogrets, Cluj und Krasnodar stehen hier drei Vereine aus dem Osten an der Spitze dieser unrühmlichen Wertung.

Die Spieler im Fokus

Joao Klauss ist mit drei erzielten Toren der erfolgreichste Torschütze unserer Mannschaft. Doppelt so viele Tore erzielte Alfredo Morelos von den Glasgow Rangers, einem möglichen Sechzehntelfinalgegner.

Als Top Vorbereitet in unseren Reihen gelten, wie soll es auch anders sein, Pezi Michorl, Thomas Goiginger und Reinhold Ranftl. Sie alle durften die Vorarbeit von jeweils zwei Toren bejubeln.

Erfolgreichster Vorbereiter der Europa League ist mit Galeno ein junger Mann aus Brasilien, der das Trikot von Sporting Braga überstreift. Sechs Torvorlagen in ebenso Spielen, da kann man nur den Hut ziehen.

In der Statstik der Versuche aufs Tor zeigt sich die Klasse von Joao Klauss. Sieben Versuche bringen unserem Italo-Brasilianer einen Top Wert mit dem er sich unter den Top 15 einreiht. Ebenso viele Schüsse gab unter anderem auch Marcus Rashford von Manchester United ab.

James Holland gilt als fleißigster Passgeber in Diensten des LASK. 313 gespielte Pässe, wovon 74% an einen Mitspieler gingen, entsprechen in etwa dem Schnitt den der LASK in Sachen Passquote vorweisen kann. Sowohl Petar Filipovic, als auch Philipp Wiesinger knacken hier den 80er und gelten als erfolgreichste Passspieler beim LASK.

Interessant auch, dass Alex Schlager, als Tormann, insgesamt 108 Pässe gespielt hat. Apropos Torwartgott, drei mal blieb Schlager ohne Gegentreffer und muss sich damit nur hinter dem Schlussmann der „Red Devils“, Sergio Romero, der in seinen vier absolvierten Spielen, ebenso oft zu null spielte, anstellen.

Wer ist eigentlich der Bad Boy des LASK? Philipp Wiesinger beging 13 Fouls und unterband somit gefährliche Gegenangriffe der Gegner. Von diesen 13 Fouls führten zwei zu gelben Karten. In diesem Zusammenhang gilt Reini Ranft als besonders „effektiv“. Er musste sich bei vier gezogenen Fouls zwei Mal den gelben Karton abholen.

Und eine Statistik haben wir noch. Der 4:0 Sieg des LASK in der zweiten Halbzeit des Heimspiels gegen PSV Eindhoven ist der zweithöchste Halbzeit-Sieg aller Mannschaften. Lediglich Ludogrets gelang es im Duell mit CSKA Moskau eine Halbzeit mit 5:0 für sich zu entscheiden.

Alles in Allem mischt auch der LASK bei vielen statistischen Werten im europäischen Spitzenfeld mit. Ruft man sich dann in Gedanken, woher wir kommen, wie ein Großteil unseres Fan-Daseins ablief und wohin die Reise derzeit geht, darf man getrost von einem Linzer-Wunder sprechen.

Man kann nicht oft genug DANKE sagen, an all Jene, die es unser ermöglichen diese Momente erleben zu können.

Es gilt diese Momente aufzusaugen, in Erinnerung zu behalten und sich auch weiter auf internationale Auftritte zu freuen.

Seit1908
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