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22. April 2015
Kein Sieger im kleinen U14 Derby
Bereits in der 2. Runde (plus ein Spiel aus teilweise vorgezogener Runde 11) der U-14-Meisterschaft der Oberösterreichischen Nachwuchsliga kam es am Samstag, 18. April zum Aufeinandertreffen der einzigen beiden Hauptstadt-Klubs in dieser höchsten Nachwuchsliga des Landes. Unser LASK traf auf die Sportunion Edelweiß Linz.
 

Der traditionsreiche Klub – gegründet 1948  als Verein der heimatvertriebenen Volksgruppe der Donauschwaben  – aus dem Süden von Linz, der früher seine Heimstätte im Stadtteil Linz-Oed auf der  – lokal berühmten, heute leider nicht mehr existenten –„ Jahnwiese“ hatte und in den Achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts noch weiter gen Süden in die Neue Heimat zog. Dort war man am Flötzerweg eingezwängt zwischen den Plätzen der ASKÖ Neue Heimat und des LASK (später Anlage des Landesverbands). Es dauerte geraume Zeit bis man dort heimisch werden konnte und die engagierten Bemühungen Früchte trugen. Schon als „ewiger“ Bezirklsligist abgestempelt,  gelangen zu Beginn des laufenden Jahrzehnts zwei Aufstiege in die Landesliga und die Oberösterreich-Liga. Dort duelliert man sich nun mit dem Fast-Nachbarn aus dem Wasserwald, Donau Linz, um die Ehre, in Linz die Nummer Drei zu sein. Die SV Union Edelweiß Linz hat derzeit einige starke LASK-Bezüge.  Die sportliche Leitung hat Dieter„Didi“ Mirnegg inne, seines Zeichens LASK-Trainer 2001/02, Trainer ist unser ehemaliger Stürmer Christian „Büffel“ Stumpf, der in den Saisonen 1999/2000 und 2001/2002 auf 24 Tore in 65 Spielen für den LASK kam. Von 2006 bis 2009 war er in der erfolgreichen Ära Daxbacher I dessen Co-Trainer. Ein aktueller Spieler von Edelweiß hat auch eine LASK-Vergangenheit. Von 2005 bis 2008 trug Akif Imamovic das LASK– Dress. Auch wenn die Anzahl seiner Einsätze in der Bundesliga-Mannschaft überschaubar war, so war er für einen Abend und ein paar Folgetage so etwas wie ein schwarz-weißer Held. Am 19. Mai 2006 erzielte er nämlich im Ausweichheimstadion der Vorwärts Steyr im Spiel gegen den FC Kärnten mit einem prächtigen Gewaltschuss das Siegestor in Minute 93 (!). Es war die Runde 34 und der1:0- Sieg erhielt unsere Aufstiegschance am Leben (realisiert wurde der Aufstieg erst ein Jahr später – vielleicht ein kleiner Trost für den heutigen Leser!).

Nun aber zum Spiel der beiden U-14-Teams. Erneut ist sofort ein LASK-Bezug zu merken. Viele Eltern der Spieler von Edelweiß scheinen mit dem Sportpark Auwiesen bestens vertraut und zwischen Edelweiß- und LASK-Eltern kommt es zu zahlreichen Begrüßungen. Die aktuelle U-14 von Edelweiß besteht nämlich zur Hälfte (!) aus ehemaligen LASK-Nachwuchsspielern, die gemeinsam mit ihrem Trainer Helmut Moser vor knapp drei Jahren von den Schwarz-Weißen zu den Blau-Weißen (ja, auch dieser Lokalrivale hat diese Farben) gewechselt sind. Dementsprechend emotional verlaufen zumeist auch seither die Spiele gegeneinander.

In der ersten Halbzeit ist davon wenig zu sehen. Die beiden Teams belauern sich mehr als sie sich bekämpfen, zahlreiche Angriffsversuche werden auf beiden Seiten zu halbherzig abgeschlossen, gut begonnene Aktionen enden mit einer Ungenauigkeit im Passspiel. Zur besten Möglichkeit für den LASK kommt Tobias Seyr in Minute 32, als ihm der Ball am Fünfer bei der Annahme zu weit wegspringt. Die Union Edelweiß hat nur zwei Minuten danach ihrerseits die größte Chance auf die Führung. Der Stürmer hat sich auf der linken Seite durchgesetzt, ist schon am Fünfmeterraum angekommen und möchte den letzten Pass quer zu einem freistehenden Mitspieler spielen, als er gerade noch von unserem Verteidiger Moritz Helm entscheidend gestört werden kann. So bleibt es in diesem bisher fahrigen Spiel bis zur Pause beim torlosen Zwischenstand.

Nach der Pause traut sich die Aprilsonne etwas aus ihrem Versteck und vertreibt die Kälte der ersten Hälfte. Durch diesen  plötzlichen Frühlingseinbruch offenbar beflügelt starten unsere schwarz-weißen Jungs wie aus der Pistole geschossen in die zweite Halbzeit. Rollende Angriffe laufen auf das gegnerische Tor und schon in Minute 46 (Spielzeit 2 x 40 Minuten) ist es soweit. Nach einer feinen Flanke von Alexander Raffeiner kann sich Samuel Grillmayr den Ball noch zweimal zurechtlegen, ehe er ihn halbhoch in die Maschen knallt. Unsere Burschen wollen gleich nachlegen und kommen nach schönem Doppelpass-Spiel schon eine Minute später zu einer weiteren guten Chance. Doch Ben Winkler im Tor von Edelweiß kann den Schuss von Philipp Ablinger parieren (47.). Zwei Minuten später tut es ihm unser Torwart Alexander Ebner gleich und bändigt ebenfalls ein gefährliches Geschoß eines Edelweiß-Spielers (49.). Manuel Bauer (53., und  57.) und nochmals Philipp Ablinger (58.) verziehen bei weiteren Torschüssen nur knapp. Das 2:0 für unsere Farben liegt so richtig in der Luft.  In der 59. Minute bleibt unseren Jungs dann der Torschrei im Halse stecken. Nach einem Eckball köpft Samuel Grillmayer mit großer Wucht Richtung Tor, doch der Ball prallt von der unteren Kante der Querlatte zurück und den Nachschuss kann der starke Ben Winkler gerade noch von der Linie kratzen. Und dann bewahrheitet sich die alte Weisheit von den Toren, die man nicht schießt … Edelweiß, das sich langsam aus der Umklammerung wieder befreit und mutig nach vorne spielt, erhält in Minute 61 einen Freistoß zugesprochen. Julian Manderscheid gelingt ein starker Kunstschuss aus rund 25 Metern, gegen den unser Keeper Ebner machtlos ist. Lautstarker Jubel bei den Blauen am Spielfeld und auch bei deren mitgekommenen Eltern und Freunden ist die unmittelbare Folge. Mittelbar hat der Treffer zur Folge, dass das Spiel nun endgültig in allen Belangen wieder ausgeglichener wird und Edelweiß phasenweise die stärkere Mannschaft ist. Zu ganz großen Chancen kommen aber auch die Edelweiß-Jungs nicht mehr. Einige nicht ungefährliche Weitschüsse werden zur Beute unseres  sicheren Torhüters Ebner. Auf der Gegenseite hätte Samuel Grillmayer mit seinem zweiten Tor zum Matchwinner werden können, doch sein gefährlicher Kopfball in Minute 74 streicht knapp am Tor vorbei. So bleibt es beim – letztlich leistungsgerechten – Unentschieden.

Trainer Thomas Hametner:
„Wir haben heute ein ausgeglichenes Spiel mit einem gerechten Ausgang gesehen. Wohl waren wir sicher dem 2:0 längere Zeit sehr nahe, aber Union Edelweiß war ein sehr starker Gegner, der uns kämpferisch und spielerisch vielleicht sogar etwas voraus war. Aber wir haben mit einigen körperlich kräftigen Spielern gut dagegen gehalten.  Ob der Freistoß, der zum Ausgleich führte, wirklich zu geben war, möchte ich nicht kommentieren. Wir haben zum ersten Mal in dieser Zusammensetzung gespielt, da  uns heute auch vier sonstige U-16-Spieler zur Verfügung standen, die aber U-14-spielberechtigt sind. Unsere Leistungen in den bisherigen drei gespielten Runden waren sehr ähnlich, am besten gefiel mir bisher das Spiel in Ried (1:1).“

 

Statistik
Oberösterreichische Nachwuchsliga – U-14 Frühjahrsmeisterschaft 2015, Runde 2
 
LASK – Edelweiß Linz  1:1 (0:0)
Samstag, 18. April 2015, 13.00 Uhr
Sportanlage Linz – Auwiesen
70 Zuschauer
Schiedsrichter Martin Eggertsberger
 
Tor LASK:                              
Grillmayr (46.)
 
Aufstellung LASK:                
Ebner Alexander; Egger Johannes, Helm Moritz, Ablinger Mathias, Marinkovic Petar;  Raffeiner Alexander, Waldhör Simon, Grillmayr Samuel, Abazovic Edin; Seyr Tobias, Ablinger Philipp
 
Zum Einsatz kamen auch:  Bauer Manuel, Orascanin Muhamed, Golser Manuel
 
Bericht und Statistik: Günther Waldhör (Quelle Statistik: www.fussballoesterreich.at)

Waldhör Günther
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